Unternehmenskultur
In meinem ersten Managementseminar vor 20 Jahren hat mit ein Spruch von David Drannen begeistert, der einer der Grundsteine für meine Beratertätigkeit wurde.
Es ging damals um Unternehmenskultur und nach vielen beispielhaften Aufzählungen was man sich darunter vorstellen kann, kam die provokante Formulierung: Kultur wir gleichgesetzt mit „So wie wir’s hier bei uns machen.“
Natürlich besteht diese prägnante Formulierung in der Tiefe aus mehreren Ebenen: Über einen bestimmten Zeitraum entwickeln Menschen spezielle Methoden und Verhaltensweisen in der Abwicklung immer wiederkehrenden Arbeiten im Unternehmen, die allmählich zu allgemein „anerkannten“ Arbeits- bzw. Verhaltensweisen werden.
Und wie ihre Menschen entwickeln auch Organisationen ein „Verhalten“. Bekommen genauso wie Menschen ein „Profil“.
Das Verhalten von Firmen zeigt sich darin, wie sie mit ihren Geschäften umgehen: zuverlässig, anpackend oder eher bürokratisch.
Es zeigt sich auch darin, wie sie ihre Kunden „behandeln“.
Deshalb ist Kultur auch das, was ander Firma „typisch“ ist. D.h. die Leute im Unternehmen haben ein Gefühl dafür, was die Firma in einer bestimmten Situation „wahrscheinlich“ tun wird und sie versuchen ihr Verhalten daran anzupassen.
Nach einiger Zeit übernehmen Mitarbeiter diese Art „so wie wir’s hier machen“ bis sie es fast nicht mehr bemerken, dass sie es tun.
Es ist nur eine Frage der Zeit bis zum berühmt-berüchtigten Satz: „Das haben wir schon immer so gemacht“.
Das ist der immer währende Kreislauf. Neue Mitarbeiter kommen, werden in dieser Hinsicht „integriert“ und passen sich an, jene die das nicht können, fallen auf und wenn es gar nicht zusammengeht, spuckt sie das System wieder aus.
Ganz so wie der Organismus mit einer „Verunreinigung“ umgeht. Umgekehrt, baut unsere Evolution aber auf dem Prinzip der „genetischen Veredelung“ auf. D.h. fremde Kultureinflüsse sind demnach eigentlich DAS Prinzip der Erfolgsgeschichte der Evolution!? Auch das passiert im Unternehmen – meist aber zufällig.
Die Frage ist nun: kann man die Entwicklung der Unternehmenskultur bewusst gestalten?
Eindeutige Antwort: Ja! Die Kultur ist ja das, was die Menschen bei ihren Kollegen sehen und das, wovon sie glauben, dass ihre Vorgesetzten akzeptieren (Mechanismus der Anpassung). Aus diesem Grund liegt die „Macht“ Unternehmenskultur zu verändern größtenteils in den Händen des Managements. Vertreter des Managements spüren das ja auch und sagen oft: „es bräuchte eine Veränderung im unserem Verhalten …“. Im Allgemeinen beziehen sie das eher auf die Mitarbeiterseite als auf sich selbst. Sie unterschätzen dabei, dass das Verhalten der Mitarbeiter größtenteils das Produkt der Umgebung ist, in der diese arbeiten.
Es bräuchte Vision, Engagement und Entschlossenheit. Die Unternehmenskultur ist nicht über Nacht gewachsen und lässt sich deshalb nicht über Nacht verändern.
Es ist angebracht, die Kausalfaktoren und den Einfluss zu verstehen, die Kultut „bilden“, wie z.B.:
- Einfluss einer dominanten Persönlichkeit
- Unternehmensgeschichte und Tradition
- Technologie, Produkte und Dienstleistungen
- Die Kunden, die Branche und ihre Konkurrenz
- Die Erwartungen des Unternehmers
- Informations- und Kontrollsysteme
- Gesetzgebung und das Firmen-/Konzernumfeld
- Vorgehensweisen und Strategien
- Belohnungs- und Bemessungskriterien
- Organisation und Mittel
- Ziele, Wertevorstellungen und Überzeugungen
Unsere Herangehensweise ist im ersten Schritt mit dem Management herauszufinden, wo es sich lohnt anzufangen.
Meistens wird in einem Kulturentwicklungsprojekt auf vier Ebenen gearbeitet:
-
Leitkreis oder Steuerungsgruppe (die Auftraggeber bzw. interne Projektleitung des Projektes) –
Monitoring, Fortschrittskontrolle und Abnahme des Projektes -
Die 2. Führungsebene, deren Ausrichtung und Identifikation wichtiger Grundpfeiler für das Gelingen in der Umsetzung ist.
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Innerhalb der jeweiligen Abteilungen wichtige Klärungs- und Umsetzungsmaßnahmen –
meistens strategische oder Organisationsentwicklungsthemen -
Entwicklungsthemen auf der Ebene der persönlichen Weiterbildung (Coachings, Seminare, Lehrgänge)
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